Ratgeber
Noten offline dabeihaben: Proberaum ohne WLAN
Wie die Notenarchiv-App Stimmen auf dem Gerät hält – automatischer Zwischenspeicher, einzelne Sätze offline markieren und Regeln nach Instrument und Buch.
Proberäume liegen im Keller, Festzelte haben kein WLAN, und im Bus zum Wertungsspiel ist das Netz genau dann weg, wenn jemand die Stimme noch schnell nachlesen will. Eine Noten-App, die nur online funktioniert, ist im entscheidenden Moment nutzlos.
Die Notenarchiv-App speichert Noten deshalb auf dem Gerät – auf iPhone, iPad und Android gleichermaßen. Das passiert auf drei Ebenen, die sich ergänzen.
Ebene 1: Was ihr geöffnet habt, bleibt da
Jedes PDF, das ihr in der App öffnet, landet automatisch im Speicher des Geräts. Öffnet ihr dieselbe Stimme später ohne Verbindung wieder, ist sie sofort da – ohne dass ihr irgendetwas eingerichtet hättet.
Dieser Zwischenspeicher hält die zuletzt genutzten Noten vor und räumt die ältesten irgendwann weg. Für „ich habe gestern reingeschaut" reicht er zuverlässig. Als Grundlage für den Auftritt am Wochenende ist er der falsche Ansatz – dafür gibt es die beiden nächsten Ebenen.
Ebene 2: Einzelne Sätze offline markieren
In der Detailansicht eines Stücks gibt es die Schaltfläche Offline verfügbar. Ein Tipp darauf lädt alle Stimmen des Satzes herunter, die ihr sehen dürft, und schützt sie vor dem automatischen Aufräumen. Danach steht dort Offline ✓.
Das ist der schnelle Weg für das Konzertprogramm: die acht Stücke des nächsten Auftritts markieren, fertig. Welche Sätze ihr auf diese Weise festgehalten habt, seht ihr im Profil unter Manuell offline gespeichert – dort lassen sie sich einzeln entfernen oder mit Alle bereinigen in einem Rutsch aufräumen.
Ebene 3: Regeln – „mein Instrument aus diesen Büchern"
Wer nicht vor jedem Termin daran denken will, richtet sich einmal eine Regel ein. Eine Regel beschreibt eine Kombination aus Instrumenten und Büchern, zum Beispiel „Trompete 1 aus Stammordner und Marschbuch". Alles, was auf diese Beschreibung passt, hält die App dauerhaft auf dem Gerät – auch neu hinzugekommene Stücke.
Einrichten könnt ihr das im Profil im Abschnitt Offline-Synchronisation:
- Regel hinzufügen antippen.
- Einen Namen vergeben – der Vorschlag im Feld („Trompete – Marschbuch") zeigt, wie es gemeint ist.
- Unter Instrumente und Bücher jeweils mindestens einen Eintrag auswählen. Ohne beides lässt sich die Regel nicht speichern, denn eine Regel ohne Buch wäre schnell das halbe Archiv.
- Speichern – der Abgleich startet sofort.
Während des Abgleichs zeigt die App den Fortschritt als „3 / 47 PDFs" an. Danach steht bei jeder Regel, wann sie zuletzt synchronisiert wurde und wie viele PDFs mit welchem Speicherbedarf sie hält. Mit Jetzt synchronisieren stoßt ihr den Abgleich jederzeit selbst an, etwa wenn der Notenwart kurz vor der Probe noch etwas hochgeladen hat.
Sonst passiert das von allein: Die App gleicht im Hintergrund ab, wenn sich am Bestand etwas geändert hat.
Was ihr offline seht – und was nicht
Ohne Verbindung zeigt die Notenliste einen Hinweis und beschränkt sich auf die synchronisierten Noten. Alles andere ist nicht verschwunden, nur gerade nicht abrufbar; öffnet ihr einen nicht gespeicherten Satz, erklärt die App das ausdrücklich, statt einen leeren Bildschirm zu zeigen.
Nicht offline funktionieren die Profil-Einstellungen – Instrumente ändern, Passkeys verwalten oder den Verein wechseln braucht eine Verbindung. Die bereits gespeicherten Noten bleiben davon unberührt.
Spielt ihr in mehreren Vereinen, bleiben die Offline-Noten aller Vereine erhalten. Ein Vereinswechsel löscht nicht, was ihr im anderen Verein synchronisiert habt.
Empfehlung für die Praxis
- Für jedes Mitglied: eine Regel je eigenem Instrument über die Bücher, aus denen tatsächlich gespielt wird – typischerweise Stammordner und Marschbuch. Das ist einmalige Arbeit und deckt den Alltag komplett ab.
- Vor Auftritten: die Stücke des Programms zusätzlich einzeln als offline verfügbar markieren, falls sie aus einem Buch kommen, das keine Regel abdeckt.
- Abgleich im WLAN erledigen, nicht auf dem Parkplatz vor dem Festzelt. Einmal die App öffnen und Jetzt synchronisieren antippen, solange noch Netz da ist.
- Speicherplatz im Blick behalten: Jede Regel zeigt ihren Bedarf an. Ein komplettes Instrument über zwei Bücher liegt erfahrungsgemäß im niedrigen dreistelligen Megabyte-Bereich – für ein modernes Gerät unkritisch.
Wie die Noten überhaupt erst in vernünftiger Qualität ins Archiv kommen, steht im Ratgeber Noten scannen: Auflösung, Format und Einstellungen.