Ratgeber

Noten offline dabeihaben: Probe und Auftritt ohne Netz

So hält die Notenarchiv-App deine Stimmen ohne Netz bereit – automatisch vor jedem Termin, per Regel, als Setliste im Stage Mode oder für einzelne Stücke.

Proberäume liegen im Keller, Festzelte haben kein WLAN, und im Bus zum Wertungsspiel ist das Netz genau dann weg, wenn jemand die Stimme noch schnell nachlesen will. Eine Noten-App, die nur online funktioniert, ist im entscheidenden Moment nutzlos.

Die Notenarchiv-App speichert Noten deshalb auf dem Gerät – auf iPhone, iPad und Android gleichermaßen. Das passiert auf mehreren Ebenen, die sich ergänzen. Die wichtigste davon läuft schon, ohne dass ihr irgendetwas einstellt.

Alle Einstellungen dazu findet ihr in der App unter Profil → Einstellungen → Offline.

Ebene 1: Was ihr geöffnet habt, bleibt da

Jedes PDF, das ihr in der App öffnet, landet automatisch im Speicher des Geräts. Öffnet ihr dieselbe Stimme später ohne Verbindung wieder, ist sie sofort da.

Dieser Zwischenspeicher hält die zuletzt genutzten Noten vor und räumt die ältesten irgendwann weg. Für „ich habe gestern reingeschaut" reicht er zuverlässig. Als Grundlage für den Auftritt am Wochenende ist er der falsche Ansatz – dafür gibt es die nächsten Ebenen.

Ebene 2: Termine – automatisch vor jeder Probe und jedem Auftritt

Hat euer Verein für einen Termin ein Programm hinterlegt, lädt die App eure eigenen Stimmen zu allen Stücken darin vorher selbstständig aufs Gerät. Nach dem Termin gibt sie den Platz wieder frei. Diese Automatik ist von Anfang an eingeschaltet – der Nutzen entsteht gerade dadurch, dass niemand daran denken muss.

Welche Stimme die App nimmt, entscheidet sie je Stück so:

  1. die Stimme, die ihr in dem Stück als Meine Stimme markiert habt,
  2. sonst eure Stimme laut Besetzung des Termins,
  3. sonst nichts – statt kurzerhand alle Stimmen eines Satzes zu laden.

Im Termin selbst seht ihr, wie es steht: „Deine Stimmen sind offline verfügbar (8)" oder „Wird vor dem Termin automatisch offline geladen". Steht dort „Keine Stimme für dich festgelegt", fehlt euch eine Stimme in der Besetzung oder ein eigenes Instrument im Profil – dann lohnt ein kurzer Hinweis an den Notenwart.

Unter Termine automatisch offline lässt sich die Automatik anpassen:

  • Zeitraum: wie weit im Voraus geladen wird – 3, 7, 14 (Standard) oder 30 Tage.
  • Laden, wenn du … zugesagt hast, zugesagt oder „Vielleicht" gesagt hast, oder nicht abgesagt hast (Standard).

Die Liste Vorbereitete Termine zeigt, welche Termine schon bereitliegen und wie viele Stimmen dafür auf dem Gerät sind.

Auch die Termine selbst sind offline lesbar: Terminliste und Details liegen dauerhaft auf dem Gerät, die nächsten 15 Termine werden im Hintergrund vollständig vorgeladen. Ohne Netz steht oben „Offline – Termine mit Stand vom …", damit ihr wisst, wie aktuell Uhrzeit und Treffpunkt sind. Zu- und Absagen gehen erst wieder mit Verbindung.

Ebene 3: Einzelne Stücke offline markieren

In der Detailansicht eines Stücks gibt es die Schaltfläche Offline verfügbar. Ein Tipp darauf lädt alle Stimmen des Satzes herunter, die ihr sehen dürft, und schützt sie vor dem automatischen Aufräumen. Danach steht dort Offline ✓.

Das ist der schnelle Weg für alles, was in keinem Programm steht – etwa das Stück, das der Dirigent spontan für die Zugabe angekündigt hat. Welche Sätze ihr auf diese Weise festgehalten habt, seht ihr unter Manuell offline gespeichert – dort lassen sie sich einzeln entfernen oder mit Alle bereinigen in einem Rutsch aufräumen.

Ebene 4: Regeln – „meine Stimmen aus diesen Büchern"

Für den Alltag jenseits einzelner Termine richtet ihr euch einmal eine Regel ein. Eine Regel beschreibt eine Kombination aus Stimmen und Büchern oder Setlisten, zum Beispiel „Trompete 1 aus Stammordner und Marschbuch". Alles, was auf diese Beschreibung passt, hält die App dauerhaft auf dem Gerät – auch neu hinzugekommene Stücke.

Einrichten könnt ihr das im Abschnitt Offline-Synchronisation:

  1. Regel hinzufügen antippen.
  2. Einen Namen vergeben – der Vorschlag im Feld („Trompete – Marschbuch") zeigt, wie es gemeint ist.
  3. Unter Verein wählen, für welchen Verein die Regel gilt – Regeln gehen auch für andere Vereine, in denen ihr spielt, und für euer Privatarchiv.
  4. Unter Stimmen mindestens eine Stimme wählen und dazu mindestens ein Buch oder eine Setliste. Ohne das lässt sich die Regel nicht speichern, denn eine Regel ohne Eingrenzung wäre schnell das halbe Archiv.
  5. Speichern – der Abgleich startet sofort.

Zwei Schalter im Regel-Editor sparen Arbeit:

  • Meine Stimme nimmt alle Stimmen mit, die ihr in Stücken als „Meine Stimme" markiert habt – unabhängig von Büchern und Instrumenten. Praktisch, wenn ihr mal 2. und mal 3. Klarinette spielt.
  • Ersatzstimmen mitnehmen lädt die beste freigegebene Ersatzstimme mit, wenn in einem Lied eure eigene Stimme fehlt.

Während des Abgleichs zeigt die App den Fortschritt als „3 / 47 PDFs" an. Danach steht bei jeder Regel, wann sie zuletzt synchronisiert wurde und wie viele PDFs mit welchem Speicherbedarf sie hält. Mit Jetzt synchronisieren stoßt ihr den Abgleich jederzeit selbst an, etwa wenn der Notenwart kurz vor der Probe noch etwas hochgeladen hat.

Sonst passiert das von allein: Die App gleicht im Hintergrund ab, wenn sich am Bestand etwas geändert hat.

Auf der Bühne: Stage Mode ohne Netz

Nutzt ihr den Stage Mode mit Setlisten, gibt es im Set selbst den Knopf Offline verfügbar machen. Er trägt das Set als eigene Regel („Setliste ‚Frühjahrskonzert‘“) in die Offline-Synchronisation ein – mit eurem Register. Danach steht dort Offline verfügbar ✓, und die App bleibt von selbst auf dem aktuellen Stand: Kommt ein Lied ins Set oder ändert sich eine Stimme, lädt der nächste Abgleich nach. Nach dem Konzert nehmt ihr das Set mit Aus Offline-Sync entfernen wieder heraus, und der Platz wird frei.

Ohne Netz funktioniert auf der Bühne:

  • Blättern durch das Programm mit euren Stimmen, inklusive „Meine Stimme" und Alternativstimme.
  • Lied suchen direkt aus dem Notenblatt – ohne Netz im Bestand auf dem Gerät, Buchnummern wie „MB 12" werden gefunden.
  • Set vorbereiten: Änderungen an einem Set speichert die App ohne Netz lokal und schickt sie beim nächsten Netz an den Server.
  • Leiten: Wer das Set leitet, blättert die Tablets der Musikerinnen und Musiker in Reichweite über Bluetooth mit – dafür braucht es kein Internet.
  • Zwei Tablets als ein Pult: Im Doppel-Tablet-Modus zeigen zwei Tablets desselben Kontos linke und rechte Seite. Auch sie verständigen sich über Bluetooth – sogar gemischt iPad und Android-Tablet.

Internet braucht dagegen die Bühnenanzeige auf dem Fernseher, und Teilnehmer außerhalb der Bluetooth-Reichweite bekommen beim Leiten nur über das Netz etwas mit. Für den Doppel-Tablet-Modus ohne Netz muss jedes der beiden Tablets vorher einmal mit Internet verbunden gewesen sein.

Was ihr offline seht – und was nicht

Ohne Verbindung zeigt die Notenliste einen Hinweis und beschränkt sich auf die synchronisierten Noten. Alles andere ist nicht verschwunden, nur gerade nicht abrufbar; öffnet ihr einen nicht gespeicherten Satz, erklärt die App das ausdrücklich, statt einen leeren Bildschirm zu zeigen.

Markierungen, Sprungmarken und Beschnitt könnt ihr auch offline setzen – sie werden lokal gespeichert und beim nächsten Netz hochgeladen.

Nicht offline funktionieren die Profil-Einstellungen – Instrumente ändern, Passkeys verwalten oder den Verein wechseln braucht eine Verbindung. Die bereits gespeicherten Noten bleiben davon unberührt.

Spielt ihr in mehreren Vereinen, bleiben die Offline-Noten aller Vereine erhalten. Ein Vereinswechsel löscht nicht, was ihr im anderen Verein synchronisiert habt.

Checkliste für Probe und Auftritt

  • Einmal einrichten: eine Regel je eigener Stimme über die Bücher, aus denen tatsächlich gespielt wird – typischerweise Stammordner und Marschbuch. Das deckt den Alltag komplett ab.
  • Termine mit Programm: Hier müsst ihr nichts tun. Ein Blick in den Termin auf „Deine Stimmen sind offline verfügbar" genügt.
  • Konzert mit Setliste im Stage Mode: im Set Offline verfügbar machen antippen.
  • Alles andere (Zugaben, Spontanes): das Stück im Detail als Offline verfügbar markieren.
  • Abgleich im WLAN erledigen, nicht auf dem Parkplatz vor dem Festzelt. Am Vorabend einmal die App öffnen und Jetzt synchronisieren antippen, solange noch Netz da ist.
  • Speicherplatz im Blick behalten: Jede Regel zeigt ihren Bedarf an. Ein komplettes Instrument über zwei Bücher liegt erfahrungsgemäß im niedrigen dreistelligen Megabyte-Bereich – für ein modernes Gerät unkritisch.

Wie die Noten überhaupt erst in vernünftiger Qualität ins Archiv kommen, steht im Ratgeber Noten scannen: Auflösung, Format und Einstellungen.