Ratgeber
Marschieren mit E-Ink-Tablet: alle Noten an einem Ort
Marschbuch, Konzert und Tanzmusik auf einem E-Ink-Tablet mit Android – gut lesbar in der Sonne, gesperrt gegen Daumen, der Stückwechsel kommt per Bluetooth.
Beim Umzug klemmt das Marschbuch an der Lyra, der Wind blättert mit, und spätestens beim dritten Festzug fehlt irgendwem die Stimme zum Marsch, den der Dirigent gerade ansagt. Ein normales Tablet hilft dabei wenig: In der Sonne spiegelt es, der Akku ist nach dem Festsonntag leer, und der Daumen am Rand blättert, wann er will.
E-Ink-Tablets lösen genau diese Probleme. Und weil die Notenarchiv-App auf ihnen läuft, hast du alle Noten an einem Ort – Marschbuch, Konzertprogramm und Tanzmusik auf einem Gerät, immer in der aktuellen Fassung.
Was du brauchst
- Ein E-Ink-Tablet oder einen E-Book-Reader mit Android – zum Beispiel von Onyx Boox, Tolino oder PocketBook. Android 7.0 genügt.
- Die Notenarchiv-App: aus Google Play oder, für Geräte ohne Play Store, als APK unter app.notenarchiv.com/android.
- Bluetooth eingeschaltet, wenn der Stückwechsel live kommen soll (dazu unten mehr).
E-Ink-Geräte mit iOS gibt es nicht – auf iPhone und iPad läuft die App wie gewohnt, nur eben ohne E-Paper-Modus.
Warum E-Ink zum Marschieren passt
- Lesbar in der prallen Sonne. E-Ink spiegelt nicht und leuchtet nicht – das Blatt sieht aus wie Papier, je heller es draußen ist, desto besser.
- Akku für den ganzen Festtag. Ein E-Ink-Display braucht nur beim Umblättern Strom. Ein stehendes Notenblatt kostet so gut wie nichts.
- Leicht und handlich. Ein Gerät mit 7 bis 8 Zoll liegt am Instrument besser als ein großes Tablet und wiegt kaum mehr als ein Marschbuch.
Der E-Paper-Modus der App
Auf einem E-Ink-Gerät fällt das normale Erscheinungsbild einer App auseinander: Zarte Grautöne verschwimmen zu einem Ton, Animationen hinterlassen Schlieren, und jeder Zwischenschritt beim Zoomen ist ein eigener Bildaufbau. Die Notenarchiv-App erkennt E-Ink-Geräte deshalb selbst und schaltet in den E-Paper-Modus:
- Schwarz, Weiß und ein einziges Grau – getrennt wird über Rahmen statt über Grautöne.
- Keine Übergangsanimationen – nichts verschmiert beim Wechsel zwischen den Seiten der App.
- Zoom in festen Stufen statt stufenlos – das Display baut einmal neu auf, nicht sechzig Mal pro Sekunde.

Erkennt die App dein Gerät nicht, schaltest du den Modus im Profil unter Darstellung selbst ein.

Marschmodus: Daumen auf dem Blatt, trotzdem kein Blättern
Beim Marschieren hältst du das Gerät am Rand – und der Daumen liegt mitten auf dem Notenblatt. Zwei Dinge verhindern, dass dabei ungewollt geblättert wird:
- Haltefinger-Erkennung (immer an): Ein Finger, der ruhig auf dem Display liegt, gilt als Griff und blättert nicht – auch nicht beim Abheben.
- Marschmodus (per Knopf oder Pedal): Die laufende Figur in der Kopfzeile sperrt das Blatt komplett. Entsperrt wird mit einem bewussten Schieben, nicht mit einem Tipp oder einem Ruck.
Den Knopf kannst du je Gerät ausblenden: Das Marsch-Tablet hat ihn, das Tablet für die Bühne nicht.
Der Dirigent schaltet – per Bluetooth
Im Stage Mode stellt ihr vorher die Liedfolge zusammen – etwa alle Märsche für den Festumzug in der richtigen Reihenfolge. Der Dirigent eröffnet auf seinem Gerät die Sitzung, alle anderen treten mit einem Tipp bei. Wechselt er zum nächsten Marsch, springt bei allen die eigene Stimme auf das neue Stück – auch bei gesperrtem Blatt.
Das funktioniert per Bluetooth, also ohne WLAN und ohne Mobilfunk – genau dort, wo beim Umzug sonst nichts geht. Bluetooth reicht so weit wie die Funkreichweite des Geräts vorne im Zug. Wer weiter hinten marschiert und Mobilfunk hat, folgt zusätzlich über den Server; die App nutzt beide Wege gleichzeitig.
Über Bluetooth geht nur die Liedfolge und das laufende Stück, nicht die Noten selbst. Die liegen schon auf dem Gerät – dafür sorgt der nächste Abschnitt.

Vorher: Noten aufs Gerät holen
Damit auf der Straße nichts nachgeladen werden muss, bereitet ihr das Programm vorher vor:
- Im Stage Mode lädt Für Auftritt offline vorbereiten alle Stimmen des Sets aufs Gerät.
- Eine Offline-Regel wie „Trompete 1 aus dem Marschbuch" hält das ganze Marschbuch dauerhaft vor – auch neu hinzugekommene Märsche.
Wie die Offline-Ebenen zusammenspielen, steht im Ratgeber Noten offline dabeihaben.
Checkliste vor dem Umzug
- Am Vorabend im WLAN die App öffnen und synchronisieren.
- Liedfolge im Stage Mode prüfen und offline vorbereiten.
- Bluetooth einschalten, Akku laden.
- Vor dem Abmarsch der Sitzung beitreten und den Marschmodus einschalten.
Der Stage Mode ist Teil des Premium-Tarifs und als Beta freigegeben; euer Admin schaltet ihn in den Vereinseinstellungen frei. Der E-Paper-Modus und der Marschmodus stehen in allen Tarifen zur Verfügung.